aps-Magazin 1/2020

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Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege!

Diese Ausgabe des „aps“-Magazins hat uns vor größere Herausforderungen gestellt. Am Tag, an dem sie in Druck gehen sollte, kamen die ersten Meldungen über eventuelle Maßnahmen im schulischen Bereich. Unsere Diskussion ging dahin, diese Ausgabe ohne ein einziges Wort über das Coronavirus zu veröffentlichen oder sie ein paar Tage zu verschieben. Wir haben uns für Zweiteres entschieden, müssen aber nun feststellen, dass es aufgrund der sich ständig verändernden Situation keinen richtigen Zeitpunkt zur Drucklegung geben kann.

Daher werden Sie ein Magazin in Händen halten, das den aktuellen Stand nicht widerspiegeln wird. Wir befinden uns gerade in der Mitte der ersten Woche, in der in den Schulen nur mehr Notbetrieb läuft. Es macht mich stolz auf unsere Berufsgruppe, von allen Seiten Lob über den klaglosen Ablauf zu hören, und ich bedanke mich bei Ihnen dafür.

Leider gab es aber auch ein paar Meldungen, die mich am Geisteszustand mancher Personen zweifeln lassen. Wie ignorant und/oder dumm muss man sein, in einer Zeit, in der es zu keinen Versammlungen kommen soll, Konferenzen einzuberufen? Noch mehr als diese Meldungen haben mich jedoch Postings von Kolleg/innen getroffen, die sich über die „Corona-Ferien“ freuen und ihre „Freizeitgestaltungen“ online stellen.

Denken diese Menschen, deren Gehalt normal weiterbezahlt wird, an alle jene, denen es wirtschaftlich immer schlechter geht, oder an jene, die täglich für unsere Gesundheit, unsere Sicherheit und unsere Versorgung arbeiten? Ist Ihnen bewusst, dass Sie mit solchen Aktionen den guten Ruf einer ganzen Berufsgruppe, an dem wir gemeinsam seit vielen Jahren arbeiten, innerhalb weniger Minuten zerstören? Erlauben Sie mir eine persönliche Bemerkung dazu. Sollte es dienstrechtliche Konsequenzen für den einen oder die andere dieser Personen geben – ich würde keine/n von ihnen unterstützen.

Martin Höflehner (martin.hoeflehner@goed.at)