Kimberger: Höchstzahl 25 muss auf jeden Fall bleiben

Kommenden Montag Treffen zur Schul-Autonomie: Für die Ministerin lediglich ein Gespräch, für Lehrergewerkschaft Verhandlungsrunde

Am kommenden Montag werden am Vormittag die Maturanten die Klausuren in Französisch schreiben, am Nachmittag wollen die Lehrergewerkschafter im Ministerium dann Klartext über das geplante Schulautonomie-Paket reden. „Aus meiner Sicht — und das ist auch mit dem Ressort so vereinbart — sind es natürlich Verhandlungen“, versteht der Chef der Lehrergewerkschafter, Paul Kimberger, die Aussagen der Bildungsministerin Sonja Hammerschmid nicht, die lediglich von Gesprächen spricht. Und auch ihre Festlegung, dass die Eckpunkte nicht verhandelbar seien, will Kimberger so nicht akzeptieren. Die Lehrer stoßen sich vor allem an der Möglichkeit, dass die Leiter von Schulen bzw. Clustern (Zusammenschluss von bis zu acht Schulen) Lerngruppen mit mehr als 25 Schülern bilden können. In diesem Punkt werde es allerdings mit Sicherheit keine Änderungen geben, so das Bildungsministerium gegenüber der APA. „Wenn ich hier keine flexible Regelung habe, geht sich moderner Unterricht einfach nicht aus“, so die Begründung. Kimberger stellt gegenüber dem VOLKSBLATT klar: „Die Höchstzahl 25 muss bleiben.“

„Propaganda-Broschüre“

Und Kimberger ärgert sich auch darüber, dass das Ministerium bereits eine „Propaganda-Broschüre“ an die Schulen verschickt hat, ohne die über 1000 Stellungnahmen überhaupt gesehen, geschweige denn eingearbeitet zu haben.

Gegen Zentralisierung

Sauer stoßen Kimberger auch die geplanten Änderungen im Bereich der Sonderschulen auf, er sieht darin eine Zentralisierung. Zwar hat die Ministerin bereits angekündigt, dass es bei den Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik (ZIS) nicht zu weniger regionalen Angeboten für Schüler mit körperlichen und geistigen Behinderungen bzw. Verhaltensauffälligkeiten kommen soll, sondern nur die Gutachten über den Sonderpädagogischen Förderbedarf (SPF) künftig in den Bildungsdirektionen angesiedelt sein sollen. Aber auch das sei „unerhört“, denn so Kimberger, die Ministerin unterstelle, dass die Direktoren bisher etwas schlecht oder Unrechtes gemacht haben.

Am Montag — Kimberger rechnet übrigens damit, dass auch diesmal die Ministerin gar nicht dabei sein wird — wolle man auf jeden Fall die Punkte durchgehen, auf die in den Stellungnahmen hingewiesen werde und er hofft, dass man festlegen kann, was man noch einarbeiten müsse. Man dürfe diese Stellungnahmen nicht ignorieren, so Kimberger. Sonst müsse man mit Widerstand auch der Gewerkschaft rechnen. Ob der Fahrplan der Ministerin möglich ist, werde sich weisen. Hammerschmid will nämlich nun auch mit den Grünen rasch verhandeln, damit sich ein Gesetzesbeschluss vor der Sommerpause des Parlaments noch ausgehen kann.

Quelle: http://www.volksblatt.at/politik/kimberger_hoechstzahl_25_muss_auf_jeden_fall_bleiben_03052017/