Neuigkeiten rund um Bildung, Dienstrecht, Schulorganisation und den Beruf Pflichtschullehrerin/Pflichtschullehrer

Investitionen in die Ganztagsschule bringen mehr Schaden als Nutzen

Ob durch die 750 Millionen Euro für die Ganztagsschule die Bildungs- und Lebensqualität für die Kinder besser wird, darf bezweifelt werden. Mehr Geld für Bildung zur Verfügung zu haben, ist ein Erfolg für Bildungsministerin Sonja Hammerschmidt. Ob es in den Ausbau der (freiwilligen) Ganztagsschule richtig investiert ist, ist jedoch höchst fraglich.

Resolution zum „Autonomiepaket“

Diese Resolution wurde in der Sitzung der Bundesleitung 10 am 24. Oktober 2016 in Wien einstimmig beschlossen. Letzte Woche wurde im Ministerrat auf Vorschlag von Bildungsministerin Dr. Sonja Hammerschmid und Staatssekretär Dr. Harald Mahrer ein Ministerratsvortrag (Link) beschlossen, der unter dem Schlagwort „Autonomie“ Gesetzesvorschläge zur Folge haben könnte, die negative Auswirkungen auf die Qualität der Schulen in ganz Österreich haben werden. Sobald diese vorliegen, wird die Bundesleitung 10 diese natürlich noch im Detail bewerten. Zu zwei geplanten Maßnahmen hält die Bundesleitung 10 fest:

Elternprotest gegen Abschaffung der Sonderschulen

Regierungsplan: Bis 2020 sollen Sonderschulen Geschichte sein, bei der Umsetzung hapert es aber gewaltig.

Die Politik hat sich ein hehres Ziel gesetzt. Bis 2020 sollen praktisch alle Sonderschulen abgeschafft und Kinder mit "sonderpädagogischem Förderbedarf" (SPF) stattdessen in "normalen" Schulen unterrichtet werden. Die Intention: Alle behinderten Kinder sollen im Schulbereich integriert werden. Derzeit sitzen 62 Prozent der SPF-Kinder in "normalen" Klassen. Bei der Umsetzung des Vorhabens hapert es aber gewaltig. Viele Eltern und Lehrer sehen es daher äußerst kritisch.

Forscherin: "Guter Frontalunterricht ist eine super Unterrichtsform"

Vieles werde "offener Unterricht genannt, was gar keiner ist", weil notwendige Ressourcen fehlen, sagt Grazer Bildungswissenschafterin Wien – Offener Unterricht liegt in Österreich im Trend. Soll er allerdings gut gemacht werden, bräuchte es zusätzliche Ressourcen und mehr Vorbereitung der Lehrer – und beides fehlt derzeit, sagt die Grazer Bildungswissenschafterin Agnieszka Czejkowska im APA-Gespräch. Die Folge: "Derzeit wird vieles Offener Unterricht genannt, was gar keiner ist." Beim Offenen Unterricht geht man beim Lernen von den Alltagserfahrungen der Schüler aus.