aps-Magazin 4/2020

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Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe wurde der zweite Lockdown durch die österreichische Bundesregierung verordnet. Stand der Beiträge ist daher vor 17.11.2020.

CORONA-KRISE: Nichts Genaues weiß man nicht!

In der ZIB 1 gestern Abend wurde mir in viel größerem Rahmen als der Gruppe der österreichischen Pflichtschullehrerinnen und -lehrer gezeigt, wie unterschiedlich die Zugänge zum Umgang mit COVID-19 sein können. Im vergleichbar kleinen Europa gibt es Staaten, in denen die Schulen alle normal geöffnet sind, solche mit einem Teil der Schüler/innen im Distance-Learning (wie in Österreich zur Zeit der Drucklegung dieser Zeitung die Sekundarstufe 1) und solche mit totalen Schulschließungen.

In allen diesen Staaten sind Lehrer/innen und Schüler/ innen zu einem großen Teil mit den entsprechenden Maßnahmen nicht einverstanden. Im einen Staat demonstrieren Lehrer/innen, um zu ihrem Schutz generelle Schulschließungen zu erreichen, im anderen gibt es Petitionen, zumindest die Schulen im Primarbereich wieder aufzusperren. Ein Teil der Schüler/innen der Sekundarstufe 1 in Frankreich erklärt, zu Hause bleiben zu wollen, weil der Schulbesuch zu gefährlich ist, der andere Teil sagt, offene Schulen unbedingt zu benötigen, um einen Lernfortschritt zu haben. Lehrer/innen in unterschiedlichen Ländern fordern die Maskenpflicht für alle und teilen mit, dass der Unterricht überhaupt kein Problem sei. In den gleichen Ländern erklären die Kollegen/innen, dass ein Unterricht mit Masken (gerade im Primarstufenbereich) gar nicht möglich ist.

Die Situation, die wir in der Kollegenschaft in Österreich vorfinden und die uns aufgrund der vielen Meinungen vor große Probleme stellt, wurde von unseren Tiroler Kollegen sehr genau dargestellt (siehe Seite 14: „Eine mehr als herausfordernde Zeit für uns alle!“).

Martin Höflehner (martin.hoeflehner@goed.at)