aps-Magazin 3/2020

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Lehrer/innen zweiter Klasse? - Seitens des BMBWF ging ein Erlass an alle Bildungsdirektionen, der den Lehrpersonaleinsatz 2020/21 regelt. Einleitend zum Kapitel „Lehrpersonen, die vom Präsenzunterricht befreit sind“ findet man die Personengruppen, für die dieser Erlass Gültigkeit hat, dabei handelt es sich um die unterschiedlichen Gruppen an Bundeslehrer/innen.

Im Vorfeld haben wir seitens der Pflichtschullehrer/innen- Gewerkschaft die Verantwortlichen im Ministerium eindringlich ersucht, dafür zu sorgen, dass diese Regelungen in allen neun Bundesländern auch für die Landeslehrer/ innen übernommen werden. Wir wurden jedoch darauf hingewiesen, dass das Ministerium die Bildungsdirektionen zwar ersuchen kann, das so umzusetzen, jedoch im Endeffekt keinen Einfluss darauf hat. (Anmerkung: Im Vorfeld der Einrichtung der Bildungsdirektionen haben uns Verantwortliche immer erklärt, dass die BD deswegen geschaffen werden, um eine Einheitlichkeit zu erreichen.) Im Erlass für die Bundeslehrer/innen gibt es drei Gruppen, die vom Präsenzunterricht befreit sind:

  • Lehrpersonen mit COVID-19-Risikoattest oder
  • im gemeinsamen Haushalt mit einer COVID-19-Risikoperson lebende Lehrpersonen
  • oder besonders psychisch belastete Lehrpersonen

In der Umsetzung für die Landeslehrer/innen gibt es massive Unterschiede, fast alle Bundesländer vergessen die dritte Gruppe, in Wien geht man im Erstentwurf (endgültige Fassung bei Drucklegung nicht bekannt!) sogar so weit, dass im gemeinsamen Haushalt mit einer COVID- 19-Risikoperson lebende Lehrpersonen Präsenzunterricht halten müssen.

Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass in einem kleinen Land wie Österreich eine einheitliche Regelung nicht möglich ist und dass Verantwortliche in den Bundesländern die Gesundheit von Lehrpersonen oder deren Angehörigen aufs Spiel setzen.

Martin Höflehner (martin.hoeflehner@goed.at)