aps-Magazin 2/2019

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NATIONALER BILDUNGSBERICHT - orf.at nahm am 27. März 2019 den Nationalen Bildungsbericht Österreich 2018 (www.bifie.at) zum Anlass, sich mit der Lehrerverteilung zu beschäftigen.

Die Frage nach der Lehrerverteilung Welche Lehrer unterrichten eigentlich welche Schüler? Der Nationale Bildungsbericht 2018 hat sich unter anderem auch mit dieser Frage beschäftigt und eine sehr konkrete Antwort geliefert: Lehrer und Lehrerinnen mit geringer Berufserfahrung stehen tendenziell öfter in Klassen mit schwierigen Rahmenbedingungen.

Entwicklung könnte sich verschärfen Verstärkt werden könnte die Entwicklung durch die neue Schulautonomie. Bisher funktionierte die Zuteilung der Lehrer und Lehrerinnen an die einzelnen Schulen weitgehend zentralisiert über die Landesschulräte (heute: Bildungsdirektionen). Künftig sollen sich die Schulen die Lehrer verstärkt selbst aussuchen dürfen. „Somit kann es zu einer Verstärkung der ungleichen Verteilung von Lehrkraftqualität kommen, da segregierte Schulstandorte wenig attraktiv für Lehrkräfte sind“, heißt es in der Studie.

Diese Befürchtung habe ich in den letzten Jahren bei Gesprächen im Ministerium immer wieder geäußert. Sie wurde jedoch vor Beschluss des Autonomiepakets mit der lapidaren Bemerkung „Dann muss halt die Dienstbehörde eingreifen“ abgetan. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, kann ich nicht sagen, anderseits bin ich mir auch sehr unsicher, ob die Lösungsansätze im Artikel zielführend sein könnten (siehe nächsten Absatz).

Gegenmaßnahmen könnten gewisse Anreize sein: zum Beispiel höhere Gehälter für den Unterricht an benachteiligten Schulen, bessere Arbeitsbedingungen an diesen Standorten … „Lehrerwünsche nach den ‚besten Klassen‘ sollten weniger beachtet werden, und die Lehrkraftzuteilung sollte stärker durch die Schulleitungen erfolgen“, heißt es weiter.

Wie ist Ihre Meinung dazu?

Martin Höflehner (martin.hoeflehner@goed.at)